Variationen über ein Thema von Paganini – da darf man fast immer das 24. Capriccio in a-Moll erwarten. Auch bei Céleste-Marie Roy, die auf ihrer Solo-Aufnahme gleich drei zeitgenössische Anverwandlungen des Evergreens vorstellt: Maurice Allards Version ebenso wie die ihres einstigen Lehrers Klaus Thunemann und Marcel Faragos „Phantasy“ op. 40a. Eine virtuoser als die andere, aber die kanadische Fagottistin meistert sie genauso scheinbar mühelos, wie sie einst Paganini selbst auf seiner Geige gespielt haben muss. Ebenso wie die Variationen über „La Folia“, bei denen sich Nikolaus Maler sehr an Corellis wohlbekannte Variationen angelehnt hat. Die Fähigkeit des Instruments, auch Geschichten zu erzählen, entdeckt die Fagottistin dagegen beim Filmkomponisten Malcolm Arnold sowie bei Gordon Jacob, Willson Osborne und Charles Koechlin, ehe sie mit Antonio Laura und Mathieu Lussier die tänzerische Seite ihres Instruments erkundet. So stellt uns Céleste-Marie Roy die ganze Klang- und Ausdruckswelt des Fagotts vor – ebenso eindrucksvoll wie perfekt. Klemens Hippel

Rhapsodies
Werke für Fagott solo
Céleste-Marie Roy (Fagott)
Musikproduktion Dabringhaus und Grimm
MDG 903 2379-6 (SACD)
