Poetische Idee

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Neben den Klavierkonzerten von Schumann und Brahms gehören die Frédéric Chopins sicher zu den meistgespielten im Konzertsaal hierzulande. Es gibt unzählige Aufnahmen, die sich oft nur minimal voneinander unterscheiden. Was diese bereits vor mehr als zwanzig Jahren entstandenen Einspielungen auf dieser Flut heraushebt, ist vor allem die Umsetzung dessen, was Robert Schumann wohl als „poetisch“ bezeichnet hätte und was sich in diesen beiden frühen Werken Chopins vor allem in den langsamen Mittelsätzen offenbart. Denn während die Außensätze nicht zuletzt als virtuose Schaustücke konzipiert wurden, sind die beiden Larghetti sehr viel intimer und klanglich subtiler gehalten. Und genau an diesem Punkt zeigt sich die große Einfühlsamkeit und dynamische Differenziertheit des Spiels von Christian Zacharias. Er bringt diese „poetische Idee“ zum Leuchten und gleichzeitig das Klavier zum Singen. So farbenreich, empfindsam und klanglich fein abgestuft möchte man Chopin immer hören. Martin Demmler

Frédéric Chopin: Klavierkonzerte Nr. 1 u. 2

Christian Zacharias (Klavier und Leitung), Orchestre de Chambre de Lausanne

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

MDG 102 2391-6 (SACD)