Kommerziell war das Septett op. 20 bis zu seinem Lebensende Beethovens erfolgreichstes Werk, was ihm allerdings gar nicht so recht war. Denn er selbst bemängelte in späteren Jahren, es sei zwar viel Empfindung, doch wenig Kunst darin. Trotzdem wurde das Erfolgsstück zum Modell für viele andere Komponisten, die Septett-Literatur boomte in der Nachfolge Beethovens geradezu. Auch Konradin Kreutzer, den man heute fast nur noch als Schöpfer der Oper „Das Nachtlager von Granada“ kennt und der im gleichen Jahr wie Beethoven geborene Friedrich Witt haben ausgedehnte Werke für diese Besetzung geschrieben. Bereits 1986 vom damals jungen Charis-Ensemble eingespielt, legt das Label Dabringhaus und Grimm diese Aufnahmen in der Reihe „Preziosa“ jetzt erneut auf. Völlig zu Recht, denn es handelt sich wirklich um herausragende, fein austarierte Aufnahmen. Bläser und Streicher halten genau das Gleichgewicht, und zumindest in Sachen Empfindsamkeit stehen diese Septette dem Kassenschlager Beethovens keineswegs nach. Martin Demmler

Conradin Kreutzer, Friedrich Witt: Septette
Charis-Ensemble
Musikproduktion Dabringhaus und Grimm
MDG 102 2397-2
