Geistreiche Frühromantik

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Wer sich für die aparte Besetzung von Schuberts Forellenquintett begeistern kann – Violine, Viola, Violoncello, Kontrabass und Klavier, der findet hier ein schönes weiteres Werk mit dieser kammermusikalischen Klangfülle. Eines, das kaum bekannt ist und doch mit wunderbaren Melodien und bezwingender Dramaturgie für sich einnimmt: das 1822 (und damit einige Jahre vor dem Forellenquintett) im Druck erschienene Klavierquintett des Johann Nepomuk Hummel, der 1778 in Pressburg/Bratislava geboren wurde, in Wien bei Mozart und Salieri lernte, Haydns Nachfolger in Esterhazy wurde und bis zu seinem Tod 1837 fast zwanzig Jahre lang als Kapellmeister in Weimar wirkte. Man merkt dem Quintett an, dass Hummel ein exzellenter und erfolgreicher Pianist war: Das Klavier übernimmt häufiger die Rolle des Solisten. Das 1834 entstandene Sextett – besetzt mit dem Hummel-Quintett plus zweiter Geige – des Franzosen Henri Jerome Bertini bildet eine schöne Ergänzung. Auch dieses Werk macht mit seiner Fülle an Melodien und Klangfarben einfach Spaß zu hören, was natürlich auch am federn-leichten, souveränen Spiel der sechs Musiker des Sestetto Classico liegt. Auch dies ist eine Wiederveröffentlichung in der „Preziosa“-Reihe des Labels MDG, doch sie klingt noch genauso gut und frisch wie 1982. Arnt Cobbers

Johann Nepomuk Hummel: Quintett op. 87;

Henri Jerome Bertini: Grand Sextuor op. 90

Sestetto Classico

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

MDG 102 2371-2