Geballter Zorn

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Moor Mother ist eine Art Kampfname der inzwischen 41-jährigen Amerikanerin Camae Ayewa, die sich als Punk-Bassistin und Sängerin, Rapperin, Komponistin, Dichterin und Aktivistin in den letzten zwanzig Jahren auf ganz unterschiedlichen Feldern bewegt hat, 2023 gewann sie sogar den Deutschen Jazzpreis in der Kategorie „Künstler international“. Egal ob sie Punk oder Hiphop, Electro Noise oder Free Jazz macht – ihre Musik ist voller Energie und Kraft, Spiritualität und vor allem Wut. Wenn sie ihre Anklagen über das Schicksal schwarzer Frauen skandiert, tut sie das nicht lieb und leise, sondern laut, zornig und voller Power. Das entwickelt einen Sog, zerrt aber auch an den Nerven. Dies ist keine Musik zum Nebenbeihören oder Sich-entspannen. „Analog Fluids of Sonic Black Holes“ erschien 2019 als elektronisches Album, die Fassung für Stimme, Streichquintett und Orchester entstand 2022 für das Beethovenfest Bonn und wurde nach dem Konzert 2023/24 noch einmal im Studio aufgenommen. Leider scheint man mittlerweile davon auszugehen, dass jeder gebildete Deutsche perfekt Englisch kann. Wenn Sie sich den Titel nicht sofort übersetzen können, werden Sie auch an den Texten des Stückes scheitern. Eine Übersetzung bietet das Booklet leider nicht. Arnt Cobbers

Moor Mother: Analog Fluids of Sonic Black Holes

Moor Mother (Stimme), Wooden Elephant, Beethoven Orchester Bonn, Dirk Kaftan

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

MDG 937 2348-6 (SACD)