Der New Yorker Morton Feldman (1926-1987) ist einer der großen Solitäre in der Musikgeschichte des 20. Jahrhunderts. Ausgehend vor allem von aphoristisch dichten Werken Anton Weberns bewegte er sich seit den 50er Jahren hin zu einer Musik, in der die Stille, der einzelne Ton und die Beziehungen zwischen den Tönen immer mehr Gewicht zukommt. Es ist eine abstrakte, reduzierte Klangwelt, die einen ganz eigenen Sog, eine meditative Ruhe entwickelt und die Konzentration auf feinste Nuancen lehrt und fordert – und in der die einzelnen Werke fast folgerichtig immer ausgedehnter werden. Die Drei-CD-Box versammelt nun sämtliche Klavierwerke Feldmans, in denen mehr als ein Klavier gefordert ist. Es beginnt mit den Trios für zwei Klavier und Cello von 1950, die in ihrem Gestenreichtum noch stark von Webern geprägt sind – das hier als Ersteinspielung erklingt. Und endet mit „Pianos and Voices“, hier erstmals mit fünf Klavieren und fünf Sopranistinnen eingespielt. Es sind Aufnahmen des WDR in Köln aus den Jahren 2013 bis 2015, die sich jetzt als eine ideale Würdigung Morton Feldmans zum hundertsten Geburtstag erweisen. Georg Stein

Morton Feldman: Sämtliche Werke für mehrere Klaviere
Jovita Zähl, Philipp Kronbichler, Peter Degenhardt, John MacAlpine, Friedrich Jaecker u.a.
Wergo
WER 7417 2 (3 CDs)
