Auf zur Jagd

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Diese CD ist etwas für Connaisseure. Seit Jahrhunderten gedenken die Jäger am 3. November, dem Hubertustag, ihres Schutzpatrons, Hubertus von Lüttich, mit einer Messe, in der ein Hornensemble die Musik übernimmt. 1934 veröffentlichte Jules Cantin eine Zusammenstellung älterer Stücke, vor allem französischer Musik des 19. Jahrhunderts, zu einer solchen Messe für vier Hörner, und dieses Werk, das seitdem recht populär geworden ist, haben die Detmolder Hornisten 1993 aufgenommen – in einem Arrangement für großes Ensemble ihres Leiters Michael Höltzel, der damals als Professor an der Detmolder Musikhochschule Horn unterrichtete. Das Label MDG hat die Aufnahme in seiner Reihe „Preziosa“ nun neu herausgebracht. Weitere Jagdmusik aus Österreich und Böhmen, darunter Stücke von Rossini und Kozeluch, erweitern die zwanzigminütige Messe auf ein Gesamtprogramm von 45 Minuten – kurz für eine CD, aber die perfekte Länge für nichtgeübte Hornhörer. Denn hier erklingt kein Blechensemble, wie man es kennt. Es spielen 13 Parforcehörner, d.h. Instrumente ohne Ventile, die einen ganz eigenen Klang haben und vor allem einen „falschen“ Naturton, das f, erzeugen, der diese typische Jagdatmosphäre hervorbringt. Ansonsten spielen die Detmolder Hornisten, zwölf (damalige) Hochschulstudenten und ihr Professor, intonationssicher, klangschön und mit klassisch geschulter Phrasierungskunst. Arnt Cobbers

Hubertusmesse

Böhmische, französische und österreichische Jagdmusik für Parforcehörner

Detmolder Hornisten, Michael Höltzel

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

MDG 102 2376-2