Musik eines Instrumentenbauers, der mit 67 Jahren seine einzige Komposition vorstellt, hört man nicht alle Tage. Wilhelm Hermann Heckel, Fagottbauer und einer der Väter des Heckelphons, macht es möglich. Zum hundertsten Firmenjubiläum notierte er 1946 „Meine Gedanken“ für Fagott und Klavier. Der Fagottist Michael Kaulartz präsentiert sie hier als Zugabe zu Musik Carl Almenräders (1786-1843), die er gemeinsam mit seinem Kollegen Carl-Sönje Montag vorstellt. Almenräder, jahrzehntelang als Fagottist in Orchestern tätig, ist zwar ebenfalls eher als Instrumentenbauer bekannt, komponierte aber auch für sein Instrument. In seinen Duetten für zwei Fagotte lässt er alle ihre Farben und Klangmöglichkeiten aufscheinen – ob im effektvollen Trauermarsch des op. 8 oder im Allegro marcato op. 10. Klanglich ausgeglichen und mit Liebe zum Detail widmen sich die beiden schön aufgenommenen Fagottisten seiner Musik. Richtig virtuos wird es dann in den eigentlich als Fagottquartett komponierten Variationen op. 4, die hier vom Klavier begleitet werden. Klemens Hippel

Pioniere des Fagotts
Carl Almenräder: Duos op. 8 und 10, Introduktion und Variationen op. 4; Wilhelm Hermann Heckel: Meine Gedanken
Michael Kaulartz, Carl-Sönje Montag (Fagotte), Johann Blanchard (Klavier)
Musikproduktion Dabringhaus und Grimm
MDG 903 2393-6 (SACD)
