Vom Allerfeinsten

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In der dritten Folge seiner Haydn-Reihe hatte das Leipziger Streichquartett 2011 drei der sechs Quartette op. 76 vorgestellt – jetzt beschließt es seine Gesamteinspielung der Haydn-Quartette mit den fehlenden Werken aus op. 76. Eine passende Dramaturgie: So kann die Aufnahme mit dem letzten vollendeten Quartettzyklus Haydns abgeschlossen werden (die beiden Lobkowitz-Quartette und das Fragment op. 103 waren bereits als Vol. 7 erschienen). Keine Spur von Altersmüdigkeit lassen die 1988 gegründeten Leipziger in den 1799 (Haydn war damals 67) komponierten Werken aufkommen, präsentieren stattdessen Haydns ganzen ungebrochenen Einfallsreichtum: mit dahinjagenden Presti in wunderbaren Tempokombinationen – man beachte etwa die Ausgewogenheit der mit Allegro/Allegro spiritoso/Allegro con spirito/Allegro ma non troppo überschriebenen Sätze der drei Quartette. Oder die unendliche Ruhe der langsamen Sätze. Oder die souveräne Eleganz, die die vertrackte Rhythmik des Menuetts in op. 76/5 ganz selbstverständlich klingen lässt. Allerfeinstes Quartettspiel. Klemens Hippel

Joseph Haydn: Streichquartette Vol. 22: op. 76 Nr. 1, 5 u. 6

Leipziger Streichquartett

Musikproduktion Dabringhaus und Grimm

MDG 307 2386-2