Packendes Traumspiel

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Der Berliner Aribert Reimann, 1936 geboren und 2024 gestorben, ist zumindest für die Oper und die Stimme einer der bedeutendsten Komponisten der Moderne. Neun Opern hat er geschrieben, seine erste war „Ein Traumspiel“ nach August Strindberg, 1965 in Kiel uraufgeführt. Sie gab es erstaunlicherweise noch nicht auf CD. Das Label Wergo schließt die Lücke nun mit einem Mitschnitt von 2018 aus dem Theater Hof. Das zählt nicht zu den großen in Deutschland, doch die damals von der Kritik gefeierte Produktion ist auch rein akustisch unbedingt zu loben. Auch ohne Bilder fesselt Reimanns Musik, die das Grundgefühl des Stückes, das menschliche Leiden und das Mitleiden, in intensive Klänge fasst, zwölftönig, aber zugleich sinnlich und von den Gesangslinien her gedacht. Die zahlreichen Solisten um Franziska Rabl, Chor und Orchester unter der Leitung von Walter E. Gugerbauer machen das Hören zu einem Erlebnis. Quasi als Zugabe gibt es „denn bleiben ist nirgends“, ein zwanzigminütiges Melodram für Sprecher und Orchester nach der ersten Duineser Elegie von Rainer Maria Rilke, bei dem Reimann vor allem mit Klangflächen arbeitet. Auch das ist ein Rundfunk-Mitschnitt, diesmal vom DSO Berlin unter Manuel NAwri mit Martin Engler als Sprecher. Georg Stein

Aribert Reimann: Ein Traumspiel; denn bleiben ist nirgends

Franziska Rabl, Karsten Jesgarz, James Tolksdorf, Marek Reichert u.a., Hofer Symphoniker, Walter E. Gugerbauer

Martin Engler (Sprecher), Deutsches Symphonie-Orchester Berlin, Manuel Nawri

Wergo

WER 7381 2 (2 CDs)